Am 28. Mai 2017 wurde im Rahmen des Powerman Ulm die Deutsche Meisterschaft auf der Duathlon-Langdistanz ausgetragen. Die Eckdaten der drei Disziplinen (Duathlon = run-bike-run): 10km Laufen, 80km Radfahren, und zum Abschluss nochmal ein Lauf über 20km.

Für mich war es der erste Langdistanz-Duathlon. Im September letzten Jahres hatte ich beim Powerman in Zofingen meinen Duathlon-Einstand auf der Kurzdistanz zu feiern. Seither hat mich dieser Sport so fasziniert, dass ich für dieses Jahr eine DTU-Lizenz über den TV Grenzach gelöst habe (was über den RSV Rheinfelden als reiner Radsportverein nicht möglich ist). Intensives Training und gute Wettkampfvorbereitung sollten das Fundament bilden. Laut Strava waren es in 2017 bisher 4.700 Radkilometer und knapp 600 Laufkilometer – eine neue Dimension für mich. Als Randbemerkung: ich möchte hier von qualitativ guten Kilometern sprechen, denn die Zahlen allein und völlige Konzeptlosigkeit in den Kilometern sind wenig hilfreich.

Als Vorbereitung auf die Langdistanz und Standortbestimmung im Duathlon war ich Anfang Mai bei den Baden-Württembergischen Landesmeisterschaften in Rheinfelden am Start (5,5/43/11). Trotz nicht optimaler Wetterbedingungen (mies wäre hier der angebrachte Wortlaut) konnte ich mir den ersten Platz in der Altersklasse M35 sichern – in der Gesamtwertung Platz 9. Entsprechend zuversichtlich ging es also mit Blick Richtung Ulm.

Die Wetteraussichten für den Powerman Ulm waren sommerlich. Sonnig und heiss sollte es werden – und das wurde es auch. Bereits am Vortag beim Abfahren der Radstrecke konnte ich mir ein Bild von den Bedingungen machen. Die Flüssigkeitszufuhr beim Wettkampf sollte ein wichtiger Faktor werden, den es kontinuierlich im Auge zu behalten galt.

Punkt 9.30 Uhr starteten wir im Donaustadion in unsere erste Disziplin. Beim Lauf über 10km galt es sein Wohlfühltempo zu finden, das sich bei mir in der Region 3:45/km einpendelte. Nach knapp 37min erreichte ich die Wechselzone.

Aufgrund der etwas eng nebeneinander positionierten Räder war etwas Fingerspitzengefühl beim Ausfädeln gefragt – ansonsten lief’s problemfrei. Die ersten 15km der zwei Radrunden à 40km waren flach und für die Spezialisten mit viel Pedaldruck ideal. Hier wusste ich um mein noch vorhandenes Ausbaupotential. So dauerte es nicht lange, bis mich Sebastian Retzlaff eingeholt und überholt hatte. An eine Gefahr bei der Windschattenregel war aufgrund des deutlichen Tempounterschieds nicht zu denken – Sebi hatte wieder gute Beine. Meine beiden Radrunden spulte ich laut Strava in einem 34,4er Schnitt ab. Mit den Steigungen und Richtungswechseln war es ein abwechslungsreicher Radkurs, der auch in Bezug auf die Streckenkennzeichnung positiv hervorzuheben ist. Mit 2h12min ist’s eine ausbaufähige Radzeit, die mir jedoch noch gut Kraft für den abschließenden Lauf über 20km ließ. Hier wollte ich nochmal etwas angreifen. Auch wenn die Vorbelastung und das Wetter keine wirklich schnellen Beine mehr zulassen wollten, konnte ich doch noch Plätze gutmachen. Im Zwischenzeitenranking zeigt sich, dass ich hier den Erfolg meiner Ziel-Platzierung zu verdanken habe. Aufgrund der guten Laufzeit (1h22min) überholte ich den bis dahin Führenden meiner Altersklasse in der Wertung zur Deutschen Meisterschaft und darf mich daher über den 1. Platz in dieser Wertung freuen! Ein Jahr lang Deutscher Meister der AK M35…

Insgesamt über alle Teilnehmer ist’s ein für mich gewinnbringender 12. Platz in 4h14min48,2s. Zuversichtlich geht nun der Blick Richtung Zofingen. Dort findet im September die Duathlon-WM auf der Langdistanz statt. Mal schauen, was ich dort in meiner Altersklasse bewegen kann.

Glückwunsch an dieser Stelle an den derzeitigen Dominator der Duathlon-Szene – an Felix Köhler (ebenfalls TV Grenzach). Er konnte sich eine Woche nach dem Europameistertitel noch zusätzlich die Krone des Deutschen Meisters aufsetzen. Sebastian Retzlaff (3. Platz DM gesamt und 1. Platz AK) sowie Sonja Koglin (2. Platz AK) komplettieren den Vereinserfolg des TV Grenzach vom Wochenende.

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