Für die diesjährige Alpentour hatten wir uns für eine eintägige Ausfahrt im Berner Oberland entschieden. Am Sonntag, den 23. Juli, ging es für Eberhard, Leon, Ralf und Michus vom RSV sowie Eva, Emanuel und Jean-Martin vom VC Peloton von Interlaken über Brienz und Meiringen über die Grosse Scheidegg nach Grindelwald, um von dort aus eine Stichstraße hinauf zum Männlichen zu bezwingen.

Das Wetter war stabil, laut Vorhersage sollte es den ganzen Tag trocken bleiben. So konnten wir gegen 10.30 von Interlaken aufbrechen, nachdem wir uns alle dort getroffen hatten. Nach ca. 30 km ging es in den ersten Anstieg, hinauf zur Grossen Scheidegg. Anfangs noch für den Straßenverkehr freigegeben, kamen wir ab Rosenlaui in den Genuss einer für Autos gesperrten Straße mit tollem Blick auf das Wetterhorn, welches mit knapp 3700 regelrecht bedrohlich über dem Anstieg thront. Insgesamt ging es auf knapp 16 km über 1200 Höhenmeter nach oben, mit Steigungsprozenten bis zu 15%. Schließlich kamen wir auf einer Höhe von 1900 Metern auf der Grossen Scheidegg an. Die Temperatur lag bei 14°, sodass wir uns oben im Restaurant kurz aufwärmten, und mit Windjacke bekleidet in die sehr steile Abfahrt stürzten.

Ralf hatte nach dem recht kräftezehrenden Anstieg schon genug, und entschloss sich, zu seiner Familie, mit der er auf dem Campingplatz in der Nähe von Interlaken übernachtet hatte, zurückzukehren. Somit trennten sich hier bereits unsere Wege.

Der Anstieg, den es nun für Leon, Eberhard, Michus, Emanuel, Eva und Jean-Martin zu bewältigen galt, hatte es gewaltig in sich. Steiler noch als die Grosse Scheidegg, windet sich die Straße auf den Männlichen, direkt unterhalb der Eiger Nordwand, auf einer Länge von 13,4 km und 1227 Höhenmetern bis auf 2225 Meter. Das macht eine durchschnittliche Steigung von 9%!  Geht man davon aus, dass es unten ein wenig flacher ist, kann man in der zweiten Hälfte des Anstieges kaum noch mit Werten unterhalb 12% rechnen. Allein die letzten 3,5 km bis zur Bergstation Männlichen haben eine Durchschnittssteigung von 11%. Zweifelsohne einer der härtesten Anstiege, die wir bisher in einer Alpentour gefahren sind. Dennoch schafften wir es alle bis hoch. Insbesondere Respekt auch an Eva, die den Berg in 1h und 19 min bezwang. Leider war es sehr neblig, sodass uns ein Blick auf die Eiger Nordwand verwehrt blieb.

Die Rückfahrt nach Interlaken gestaltete sich recht einfach, zumal nur noch 35 km bergab zu fahren waren. Eva, Emanuel und Jean-Martin hatten noch nicht genug und hängten noch den Beatenberg dran, um dann von Thun aus mit dem Zug zurückzufahren.

Fazit: die diesjährige Alpentour verlangte den Fahrern alles ab, aber wird aufgrund der traumhaften Landschaft rund um Grindelwald und der Härte der Anstiege noch lange  im Gedächtnis bleiben.

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